Riedstadts erster Bürgermeister Andreas Hoffmann ist tot

Andreas Hoffmann ist mit 87 Jahren gestorben. Er hat die Weichen zum Zusammenwachsen der fünf zuvor selbstständigen Orte nach der Gebietsreform gestellt.

Riedstadt. Andreas Hoffmann ist tot. Er starb am 21. Juli mit 87 Jahren. Der Sozialdemokrat war Riedstadts erster Bürgermeister nach dem Zusammenschluss der fünf selbstständigen Orte durch die Gebietsreform am 1. Januar 1977. Von 1970 bis 1973 war er Bürgermeister von Wolfskehlen und folgte auf Willi Blodt, als dieser Landrat des Kreises Groß-Gerau wurde. Als Goddelau und Wolfskehlen sich am 1. Juli 1973 zur Doppelgemeinde zusammenschlossen, blieb er Bürgermeister bis 1976.

Riedstadts neue Gemeindevertretung wählte Hoffmann im Juni 1977 zum Rathauschef. Als hauptamtlicher Beigeordneter stand ihm zunächst Heinrich Bonn zur Seite, Leeheims früherer Bürgermeister. „Die moderne Industriegesellschaft stellt auch an die Städte und Gemeinden immer größere und kompliziertere Forderungen“, schrieb Hoffmann zum Start Riedstadts. Die kommunalen Leistungen ließen sich mit den Strukturen vergangener Zeiten nicht mehr sichern. Dies zwinge zu neuen Gemeindegrößen.

Haushalte und Verwaltungen mussten zusammengelegt, doppelte Straßennamen beseitigt werden. Riedstadts früherer Hauptamtsleiter Rainer Fröhlich wurde von ihm vom Kreis abgeworben. Den Wechsel habe er nie bereut, sagt Fröhlich. Hoffmann sei ein Volkstribun gewesen, „er konnte gut mit Leuten“. Der frühere Kreisjugendpfleger sei oft mit Gitarre gekommen. Er habe das Gesundheitszentrum an Land gezogen und den Bauplatz besorgt.

„Andreas Hoffmann war ein durch und durch politischer Mensch, der in der Lage war, andere Menschen zu begeistern und zu überzeugen“, sagt Nachfolger Gerald Kummer (SPD). Er habe ein Festzelt voll Menschen zum Mitmachen motivieren können, etwa bei einem Feuerwehrfest in Wolfskehlen. Durch ihn sei er in die Kommunalpolitik gekommen. Als er 1983 nach Wolfskehlen gezogen sei, war Hoffmann SPD-Vorsitzender in Wolfskehlen.

Alle Städtepartnerschaften Riedstadts entstanden unter Hoffmann. Die 1979 geschlossene Jumelage mit Brienne-le-Château habe er gelebt, so Fröhlich. Nach Tauragė fuhr er mit Arzt Dr. Leonas Gudelis und Kurt Ernst vom Philippshospital. Besiegeln konnte er die Partnerschaft nicht mehr. Im Juni 1993 wurde er mit dem Ersten Beigeordneten Wolfgang Stork (SPD) abgewählt. Ihr jahrelanger Streit lähmte Politik und Verwaltung. Dies traf Hoffmann schwer; er zog sich ins Privatleben zurück.

Die Trauerfeier soll im engsten Familienkreis begangen werden.

Riedstadts Altbürgermeister Andreas Hoffmann ist tot. Das Foto entstand 2015, als ihn der Obst- und Gartenbauverein Goddelau zum Ehrenmitglied ernannte. © Robert Heiler

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