
Günter Martin lebte für den TSV, der seinem über Jahrzehnten aktiven Jugendleiter viel zu verdanken hat. Sein unermüdlicher Einsatz galt auch grenzüberschreitenden Freundschaften.
GODDELAU. Am vergangenen Sonntag, als Fußball-Kreisoberligist TSV Goddelau einen 6:2-Erfolg über den VfR Groß-Gerau II errang, schloss der langjährige Jugendleiter Günter Martin im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit für immer seine Augen. Seitdem ist beim TSV nichts mehr wie es zuvor war. Martin war über 40 Jahre Jugendleiter und eine Instanz in der Region für die Goddelauer Fußballer. Neben vielen Ehrungen durch den Hessischen Fußball-Verband war er seit einigen Jahren auch Ehrenmitglied des TSV Goddelau.
Günter Martin setzte sich für den Fußballer-Nachwuchs ein
Er war über viele Jahrzehnte die Schaltzentrale der Jugendabteilung. Sämtliche Goddelauer Fußballer, die den Weg über die Jugend des TSV gegangen waren, hatten Kontakt mit Martin. So kannte er die Jugendspieler persönlich und war vor allem immer da, wenn es Probleme gab. Kein Tag verging, an dem er nicht Pässe anforderte, Vereinswechsel bearbeitete, Trainer motivierte, Sportmaterial besorgte, Spieler und Schiedsrichter motivierte. Unvergessen sind in Riedstadt die internationalen Jugendturniere, die er jährlich mit seinem Team organisierte.
Günter Martin hat die Verschwisterung Riedstadts mit Brienne-le-Château durch die Organisation von Austauschen über Turniere maßgeblich beeinflusst und langjährige, grenzüberschreitende Freundschaften begründet. Auch nachdem er sich von der Vereinsarbeit zurückgezogen hatte, war er für die Goddelauer Verantwortlichen verlässlicher Ansprechpartner.
Durch Günter Martin wurde Integration in Goddelau gefördert
Für ihn war es nie wichtig woher die Menschen kamen, die beim TSV Fußballspielen wollten. Ihm war es vielmehr wichtig, die Integration und Gemeinschaft zu leben. Dies ist auch der Grundstein, warum die Goddelauer Fußballer seit einigen Jahren eine Einheit bilden. Eine Person im Verein zu finden, die kein gutes Wort über „ihren“ Günter pflegten, ist nahezu unmöglich. Für den TSV Goddelau ist dies ein schwerer Verlust.
Die Trauerfeier wird am 9. September um 14 Uhr auf dem Friedhof in Goddelau stattfinden. Der Autor dieser Zeilen war seit 1986 mit dem Goddelauer Jugendleiter befreundet und konnte sich immer auf seine faire Zusammenarbeit verlassen. Der „Rote“ aus Golle wird nicht nur dem TSV Goddelau fehlen.
